Katzenjammer aus dem Infotainment-System
Tuning ist das eine, aber wer seinem Fahrzeug den Feinschliff gibt, “individualisiert” es. Noch edlere Hölzer oder die persönliche Lederfarbe waren bisher meist das Metier der Luxusklasse. Doch die Elektronik schafft neue Möglichkeiten für Normalfahrzeuge.
Welche Möglichkeiten kleine Eingriffe in die Elektronik des Fahrzeugs in puncto Feinabstimmung zulassen, zeigt unter anderem der Citroën C4: Der Golf-Herausforderer aus Frankreich funktioniert auf gewisse Weise wie ein Handy – es lassen sich Töne auswählen. Dazu haben die Entwickler spezielle Moods (Stimmungen) programmiert.
Diese bedienen sich bei unterschiedlichen Musikgenres und tragen Namen wie Urban Rhythmik, Crystal Symphony oder Jungle Fantasy. Wer sich durch das Menü klickt, hört statt des klassischen Blinker-Knackens fröhliche Bongo-Trommeln oder anstelle des schnöden Gurtwarners klirrende Klingonenschwerter.
In eine ähnliche Richtung geht das Navigationssystem der Infiniti-M-Serie. Es lässt sich jedes gespeicherte Ziel mit einem eigenen Soundschnipsel verknüpfen. Akustisch möglich wird dadurch vieles: So bellt der Hund, wenn man nach Hause kommt. Oder vor dem Büro ertönt nur Katzenjammer.
Künftig soll die Elektronik noch mehr Individualisierung möglich machen. Denkbar sind zum Beispiel spezielle Apps, wie man sie von Smartphones kennt, auch für Infotainment-Systeme in Autos, blickt ein Mercedes-Entwickler voraus. Bis dahin müssen sich Fahrer aber noch mit persönlichen Musikdatenbanken zufrieden geben.
Auch mit Licht lässt sich den Entwicklern zufolge noch viel machen. So kann die Beleuchtung bei immer mehr Fahrzeugen dem persönlichen Geschmack angepasst – und nicht mehr nur wie bei den Instrumenten heller oder dunkler eingestellt – werden. Beispiel Mini: Dank dessen Elektronik lässt sich von einem roten in ein blaues Ambiente überblenden.
Quelle: http://www.handelsblatt.com/
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